Kostenanalyse zur SCS

 

In einer aktuellen Studie aus dem Jahr 2017 zur Kosteneffektivität der SCS zeigte sich,dass von 2000 bis 2012 in den Vereinigten Staaten nur 4,3% der Patienten mit Rücken-Beinschmerzen mit SCS behandelt wurden. Die langfristigen jährlichen Gesamtkosten für diese Patienten wurden im Vergleich zu Patienten mit konventionellem Management signifikant gesenkt. Obwohl die Implantation eines SCS-Systems nach einem Jahr zu einem kurzfristigen Kostenanstieg führt, waren die darauffolgenden kumulierten Jahreskosten in den folgenden 9 Jahren nach der Implantation langfristig deutlich gesunken. Diese Studie kombiniert die größte Gruppe bisher untersuchter Rücken-Beinschmerz-Patienten mit dem längsten untersuchten Follow-up-Intervall. Da SCS in randomisierten klinischen Studien wiederholt gezeigt hat, dass es eine überlegene Wirksamkeit gegenüber dem konservativen Behandlungsmanagment hat, unterstreicht diese Studie von 2017, die verbesserte Gesundheitsökonomie nach 1, 3, 6 und 9 Jahren und zeigt den langfristigen Kostennutzen von SCS in der Behandlung von Rücken- Beinschmerz-Patienten auf (Farber SH et al. 2017)

Die einzige komplett ökonomische Studie, die sowohl die Kosten der SCS Therapie als auch das Outcome der Therapie unter Berücksichtigung einer Vergleichstherapie beurteilt, ist die Studie von Kemler und Furnee zum CRPS I (Kemler u. Furnee 2004). Die anderen Studien sind reine Kostenbeschreibungen oder Kostenanalysen. Bis auf die Studie von Klomp (Klomp et al. 1999) zeigen alle Studien eine Kosteneffektivität der SCS im Vergleich zu anderen Therapieformen (medikamentöse Therapie, (Re-)Operation, Physiotherapie) nach Ablauf von 2-3 Jahren trotz der höheren Initialkosten durch die Hardware. Eine Studie, die wiederaufladbare Impulsgeneratoren mit nicht wiederaufladbaren vergleicht, kommt in einem Lebenszeitberechnungsmodell zu Kostenersparnissen zwischen 104.000 und 168.000 USD durch Einsparung von Hardware und Reduktion operationsbezogener Morbidität durch das Wegfallen des Impulsgeberaustauschs (Hornberger et al. 2008). Die SCS Therapie kann bei gleich bleibendem Erfolg nach 15 Monaten bis 3 Jahren kostengünstiger sein als die konventionelle Schmerztherapie für die Indikationen CRPS I und FBSS, trotz der deutlich höheren Initialkosten durch die Kosten der Implantation und des Geräts selbst. Für die Angina ist die SCS Therapie kostengünstiger als eine Bypassoperation bei vergleichbaren klinischen Ergebnissen. Bei Patienten mit Rentenansprüchen ist die SCS-Therapie nicht erfolgversprechend (Turner et al. 2010) und entsprechend liegt auch keine Kosteneffektivität (Hollingworth et al. 2011) vor.

(Aus den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation)

Analyse und Darstellung der verschiedenen Kostenarten bei der SCS (aus Farber et al. 2017)